Heilquellen, Bären und ein klein bisschen Schweiz

Steinbrücke Arch Rock im Joshua Tree Nationalpark und sitzender Person darunter

Von Las Vegas ging es also weiter gen Westen, diesmal wirklich für längere Zeit nach Kalifornien – genauer nach Desert Hot Springs. Und der Name war im wahrsten Sinne Programm. Ende Juni ist dort bereits Nebensaison (!) und das hing höchstwahrscheinlich mit den ~ 45 Grad Celsius tagsüber zusammen. Es gab tatsächlich auch heiße Quellen in dem Ort, die eine heilende Wirkung haben sollen. Auf unserem gebuchten KOA-Campingplatz gab es 3 Whirlpools, die von den Superquellen gespeist wurden – und zum Glück auch einen Pool zum abkühlen. Anders hätten wir es sonst die 4 Nächte bzw. Tage dort wohl kaum ausgehalten. Desert Hot Springs befindet sich übrigens in der Nähe vom Coachella Valley (wer Festivals kennt) und dem Joshua Tree Nationalpark.

Allerdings war uns die meiste Zeit tatsächlich nur nach Nichts-tun zumute, denn bei so hohen Temperaturen will man keine Wanderung mehr unternehmen. Am Donnerstag Abend fand in Palm Springs ein cooles Village Fest (bei uns würde man wohl Dorffest dazu sagen) statt. Dort gab es in der Innenstadt nicht nur „Lufterfrischer“ in Form von feinem Sprühnebel, der durch Ventilatoren verteilt wurde, sondern auch Livemusik, Futterstände, lokale handwerkliche Produkte und diverse andere Dinge, die angeboten wurden. Ich fand es total schön und wir sind ein paar Mal die Hauptstraße hoch und runter spaziert, haben uns eine frisch gepresste Eislimonade gegönnt und den lokalen Musikern gelauscht.

Straße mit verschiedenen Ständen in Palm Springs
Palmen, Drinks und Livemusik – was will man Meer?

Und was macht man sonst noch so tagsüber, um der Hitze zu entfliehen? Genau, man geht ins Kino 😀 Ich glaube, ich war das letzte Mal während meiner Schulzeit mittags im Kino. Für uns war es perfekt. Wir wollten eh den neuen Deadpool-Film sehen, das Kino ist klimatisiert und die Tickets kosteten vor 17 Uhr nur 5 Dollar. Win-Win-Situation also.

Am Samstag Nachmittag haben wir uns nach intensiver Poolsession mit Alexandra und ihren Kindern getroffen. Den Kontakt hat Pirmins Papa für uns hergestellt – danke nochmal! Es war richtig schön, mal wieder etwas mehr Sozialleben zu haben (als nur uns beide) und vor allem neue Leute kennenzulernen. Wir haben gemeinsam gegessen, einen Film geschaut, Zeit am Pool verbracht (wo sonst?!) und den Nachtmarkt in Indio besucht. Einfach ein richtig schöner Tag und etwas Abwechslung.

Am Sonntag hatten wir es „geschafft“ und verabschiedeten uns langsam von der Hitze. Wir machten noch einen Abstecher in den Joshua Tree Nationalpark, der ja der eigentliche Grund unseres Trips nach Desert Hot Springs war. Es war echt cool, so viele Joshua Trees zu sehen. Wir haben kurz überlegt, das Albumcover von U2 nachzustellen, aber mussten uns dann eingestehen, dass wir leider zu wenige dafür sind. Außerdem sieht man auf der Vorderseite gar keinen Joshua Tree. Das Bild entstand nämlich am Zabriskie Point im Death Valley (fun fact). Dann musste ich eben ein Foto vom Hemingway-Wanderweg für meinen lieben Ex-Kollegen von Spar mit machen. Es gibt schlimmeres 😉 Für Außenstehende: Wer, wie ich, andeutete, dass es sich bei Hemingway um eine Rockband handeln könnte,  kommt vielleicht auch in den Genuss, dass aufgrund dieses Fauxpas die Redewendung „er/sie hatte gerade einen Hemingway-Moment“ erfunden wird. Und hatte nicht jeder von uns schon mal einen Hemingway-Moment, in dem man z. B. dachte, Boris Becker sei ein Fussballer (das war tatsächlich nicht ich).

Joshua Tree Bäume und eine Straße
die berühmten Wüstenbäume

„Wer hat’s erfunden?“

Sehr großer Tannenzapfen bei Big Bear Lake
Ein Bär war doch unterwegs 😉

Anschließend machten wir uns auf den Weg in die San Bernardino Berge. Wer sofort an Ricola und Toblerone denkt, liegt gar nicht mal so falsch, denn auch ein paar Orte erinnern sofort an die Schweiz. Wir fuhren unter anderem durch das Lucerne Valley oder kauften im Interlaken Center ein. Die Fahrt hinauf in die Berge war schon sehr beeindruckend, mit toller Aussicht. Wir hatten uns für drei Nächte in Big Bear Lake einquartiert und freuten uns schon bei der Ankunft über die kühlen Temperaturen – und darauf vielleicht den ein oder anderen Bären zu sehen. Der Ortsname machte ja schon Hoffnung. Vor allem endlich mal nur 30 Grad Celsius tagsüber zu haben, war klasse. Bei den Temperaturen waren wir wieder motiviert, wandern zu gehen und haben sogar gänzlich auf den Pool verzichtet. Von den großen flauschigen Tieren war aber leider nichts zu sehen. Der See ist auch etwas enttäuschend, da er schon viel zu viel Wasser verloren hat und es keine wirklichen Bademöglichkeiten gibt. Tatsächlich fällt es uns an der Westküste immer mehr auf, wieviel Wasser einige Seen in den USA verloren haben. Das Baden holten wir dann am Abreisetag im Silverwood Lake nach. Dort gibt es einen State Park, für den man zwar die üblichen 10 Doller Eintritt zahlt, aber dafür mit einem Sandstrand und Bademöglichkeiten belohnt wird.

Vom See aus ging es weiter nach Los Angeles, wo wir ein paar Tage bzw. noch ein paar mehr bei Alexandra, Georg und ihren Kindern verbringen durften. Bereits in Palm Springs hatte uns Alexandra angeboten, dass wir bei ihnen schlafen könnten. Da wir bis dahin noch keine Unterkunft gefunden hatten, etwas planlos waren und der Tag im Palm Springs bereits sehr schön war, haben wir das Angebot sehr dankend angenommen. Mal schauen, was uns in der Stadt der Engel so alles erwartet.

Silverwood Lake in den San Bernardino Bergen
Einladend – Silverwood Lake

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2 Kommentare bei „Heilquellen, Bären und ein klein bisschen Schweiz“

  1. Liebe Tine,
    es war wieder gut etwas von Euch zu lesen . Diese Ecke kennen wir gar nicht .Mit den Wasserverlusten hängt bestimmt mit dem Klimawandel zusammmen, den ja Herr Trump
    nicht wahrhaben will. Auch bei uns nach Wochen der Trockenheit hat es mal wieder ausgiebig geregnet. 40 l /pro m/2.
    Viel Spaß noch und liebe Grüße

    0+0

  2. […] etwas gemischten Gefühlen fahren wir also am 27. Juni nachmittags von der Wildnis in Big Bear Lake auf der Interstate in die Stadt. Der Verkehr ist vor allem auf der Gegenfahrbahn schlimm, am […]

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