Los Angeles – mehr als nur Hollywood & Co.

Während der Planung unserer Reise haben wir kein anderes Reiseziel so diskutiert wie Los Angeles. Unser erstes Ticket, was wir gebucht haben, ging dort hin (auch wenn wir das später umgebucht haben), wir wussten, dass wir dort Leute kennen, die wir treffen wollen und gleichzeitig war zumindest ich auch immer ein wenig skeptisch. Mit Hollywood kann ich nicht viel anfangen, mich interessieren weder der Walk of Fame noch irgendwelche Berühmtheiten und über den Verkehr habe ich nur schlimmes gehört. Dass wir trotzdem hinfahren, stand schon fest, nur nicht für wie lange. Da wir aber gerne ein bisschen Zeit mit anderen Menschen verbringen wollten, kam das Angebot von Alexandra, dass wir ihre Couch belegen dürfen, uns sehr gelegen.

Mit etwas gemischten Gefühlen fahren wir also am 27. Juni nachmittags von der Wildnis in Big Bear Lake auf der Interstate in die Stadt. Der Verkehr ist vor allem auf der Gegenfahrbahn schlimm, am Horizont erkennt man die Skyline. Also eine Skyline. Und dann noch eine. Was davon ist denn jetzt LA? Wir finden später heraus, dass wir sowohl Century City als auch Downtown Los Angeles gesehen haben, für Anaheim und Disneyland waren wir zu weit im Norden. Wir merken aber gleich zu Beginn: Diese Großstadt mitsamt der umliegenden Metropolitan Area ist riesig. Mehr als das Zehnfache der Fläche von ganz Paris! Bei der Ankunft werden wir von den drei Hunden begrüßt, die uns die nächsten Tage noch auf Trab halten werden. Den Abend lassen wir dann am Pool ausklingen, bevor wir es uns auf der riesigen Couch bequem machen.

Ihr schaut auf uns, wir auf den Sonnenuntergang, der sich in Tines Brille spiegelt

Bevor wir uns dann am ersten vollen Tag ans Sightseeing machen, müssen wir noch ein bisschen einkaufen gehen. Auf dem Weg dahin sehen wir schon den riesigen Minion bei den Universal Studios und durch die Häuserreihen den Hollywood-Schriftzug. Trotz des teilweise sehr stressigen Innenstadtverkehrs, schaffen wir es, den Rodeo Drive entlang zu fahren (Tine wollte da hin), einen kleinen Park und das bekannte Beverly Hills Hotel zu sehen, und die mit Palmen und Villen gesäumten Straßen von Beverly Hills zu erkunden. Abends schlendern wir mit Nicholas aus der Schweiz über den Santa Monica Pier, auf dem sich Straßenkünstler, Angler und Touristen tummeln. Dort ist auch der bekannte Pacific Park mit einer Achterbahn, einem Riesenrad und anderen Attraktionen, die wir aber allesamt links liegen lassen, bevor wir uns noch einen Drink genehmigen.

Los Angeles mal anders

Manchmal muss man sich den Vordergrund selber basteln

Der Freitag war dagegen kein normales Sightseeing: Wir haben von Alexandra eine Führung durch CFC und Noir bekommen. Davon gibt es zwar keine Fotos, aber mal zu sehen, wie Möbel designt, importiert und hergestellt werden (und andere Möbel, als bei IKEA) ist schon eine Sache für sich. Die Privatsammlung mit Antiquitäten, Flugzeugteilen und allen möglichen Kameras war hier schonmal ein Highlight für mich. Als Krönung noch gutes italienisches Essen und am Zuma Beach den Delphinen beim Schwimmen durch die Wellen zuschauen: LA hat tatsächlich was für sich.

Natürlich haben wir uns auch Venice Beach nicht entgehen lassen. Trotz des schrecklichen Verkehrs und der morgendlichen WM-Spiele, von denen wir einige angeschaut haben, sind wir stundenlang über die Promenade dort geschlendert, haben den Skateboardern zugesehen und uns einfach im Gewusel treiben lassen, bis wir noch die Sonne hinter den Palmen untergehen sehen haben. Die Atmosphäre dort entspricht so ziemlich dem, was man sich unter Kalifornien vorstellt: Unglaublich entspannt, manchmal ein bisschen abgefuckt und über allem schwebt ein leichter Grasgeruch.

Mit feuchten Küssen wird man hier geweckt

Unser Programm war alles in allem also immer auch recht entspannt: Wir haben morgens versucht so lange wie möglich zu schlafen, was die Hunde gut zu verhindern wussten, und uns dann meist ein oder maximal zwei Ziele herausgesucht, die wir an dem Tag abklappern konnten. Am Sonntag beispielsweise sind wir noch durch das Getty Center geschlendert, um uns am Abend dann den Sonnenuntergang und den Sternenhimmel vom Grifftih Observatorium anzuschauen. Von dort hat man freien Blick auf den Hollywood-Schriftzug und fast die gesamte Metropolitan Area, inklusive Downtown Los Angeles. Die Mitarbeiter stellen sogar abends Teleskope zur Verfügung, durch die wir beispielsweise einen Blick auf Jupiter werfen konnten. Wir sind tatsächlich auch nochmal tagsüber zum Griffith gewandert, um uns noch eine Live-Vorführung im Planetarium anzuschauen und ein bisschen Bewegung zu haben. Downtown an sich haben wir uns auch einen Nachmittag angeschaut und am 4. Juli im Grand Park mit Livemusik und Street Food auf das abendliche Feuerwerk zum Nationalfeiertag gewartet.

Das schönste an Los Angeles war aber für uns beide die Gastfreundschaft, die uns entgegengebracht wurde, sodass wir wieder mal ein bisschen unter Leute kamen. Wir haben uns bei Georg und Alexandra so wohl gefühlt, dass wir in LA das erste mal seit langem so richtig entspannt haben. Daran hat auch das geweckt werden durch die Hunde keinen Abbruch getan! Deshalb an dieser Stelle auch nochmal ein riesiges Dankeschön für Burger, Sushi und Pizza, für die bequemste Couch und für alles andere!

Unter anderem weil wir so viel Zeit bei euch verbringen konnten und gleichzeitig so viele Tipps bekommen haben, hat uns die entspannte Art, wie wir unsere ganz eigenen Ecken entdecken konnten, sehr gut gefallen. Besser als erwartet, um genau zu sein. Von dem winzigen Park in Hollywood, in dem wir die Sonne genossen haben über das kleine Thai-Barbeque, in dem wir gegessen haben, bis hin zu dem Sushi das sogar mir geschmeckt hat: Ohne euch hätten wir das so nie erlebt!

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6 Kommentare bei „Los Angeles – mehr als nur Hollywood & Co.“

  1. Hey Tine, hey Pirmin,

    sehr cool, was ihr so erlebt und noch besser, wie ihr uns hier in Deutschland auf dem Laufenden haltet 🙂

    Habe fast dieselbe Tour damals gemacht, nur anders herum. Ihr könnt euch auf Crater Lake freuen, der ist wirklich beeindruckend. Falls ihr nicht schon einen Campground gefunden habt, kann ich euch nur den Diamond Lake Campground am Diamond Lake empfehlen. Dort seid ihr direkt am Wasser, habt einen wunderschönen Blick auf den Mount Bailey und seid schnell am Crater Lake. Falls möglich solltet ihr auch noch den Smith Rock State Park ansteuern, da gibt es klasse Wander- und Kletterrouten sowie den beeindruckenden Monkey Head 🙂

    Weiterhin ganz viel Spaß euch, ist eine der schönsten Dinge, die man imho in den USA machen kann 😉

    1. Hey Julian,
      freut uns, dass du fleißig mitliest! Wir werden vermutlich in Kanada nochmal auf dich und deinen Blog zurückkommen, dafür sind wir umso dankbarer für die Rios zum Crater Lake. Dort waren wir tatsächlich heute schon, haben den Sonnenuntergang vom Watchmen’s Peak angeschaut und fanden die ganze Gegend super schön. Der See ist natürlich nochmal eine Klasse für sich!
      Wir haben tatsächlich versucht, am Diamond Lake unter zu kommen, da wir aber mit allem immer recht spät dran sind, war der leider schon ausgebucht. Unser kleiner KOA in Klamath Falls tuts aber auch.
      Smith rock hatten wir gar nicht auf dem Schirm, das werde ich mir gleich morgen früh nochmal anschauen, danke!

      Und auch für dich gilt: wenn du mal Sehnsucht hast, komm gerne vorbei 😉
      Liebe Grüße
      Pirmin

      1. Das klingt doch super!

        Und ja der Campground war bei uns damals auch relativ voll, im Juni ist es da aber noch etwas ruhiger, deshalb ging das wohl spontan…
        Von KOA höre ich jetzt zum ersten Mal, komisch, dass wir von denen damals nichts gehört hatten. Die Campgrounds sehen aber echt ganz einladend aus.

        Bezüglich Kanada könnt ihr euch natürlich immer gerne melden oder eben auf unter-baeren.de gehen. Ich bin gerade minimal neidisch, vor allem weil ich gerade die Bachelorarbeit schreiben muss 😀

        Weiterhin ganz viel Spaß euch!

        1. Nächstes Mal dann, ich glaub die ganze Region werden wir eh irgendwann mal noch ausführlicher besuchen. Hier gibt es einfach so viel zu sehen. Die KOA-Plätze sind meist etwas teurer, so zwischen 30 und 40$ die Nacht, aber mit der Mitgliedschaft kriegt man immer 10% Rabatt und die Ausstattung und Infrastruktur ist meist echt gut und komfortabel – manchmal ist sogar das WLAN gut 😀

          Ich hab mir schon viel zum Visum und zur Einreise durchgelesen bei dir, ein paar Sachen sind zwar nicht mehr aktuell, aber im großen und ganzen ist das extrem hilfreich! Viel Erfolg bei der Bachelorabeit und glaub mir: auch das geht vorbei und rückblickend ist es auch gar nicht mehr so schlimm 😀
          Grüße,
          Pirmin

  2. […] verabschieden uns also von den Tieren und vom Meer, um nach unserem langen Aufenthalt in der Stadt endlich wieder voll in die Natur einzutauchen: Die größten Bäume der Welt. Bis wir dahin kommen, […]

  3. […] sind auf einmal schon wieder auf der Straße. Nachdem wir viel mehr Zeit als ursprünglich geplant in LA verbracht haben, machen wir jetzt auf dem Weg nach Norden unsere eigene Achterbahnfahrt: Wir fahren kreuz und quer […]

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