Teuflische Magie und landende Engel

Man sollte meinen, dass unser Alltag total simpel ist. Schließlich machen wir ja gerade nichts anderes als ausgedehnten Urlaub, oder? Wir müssen nicht arbeiten, können aufstehen, wann wir wollen und jeden Tag nur das machen, worauf wir gerade Lust haben. Und meistens trifft das auch zu – und führt dann dazu, dass wir es vor uns herschieben, einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Ups. Aber nun gibt es neues Futter für euch 😉

Hoodoos haben nichts mit schwarzer Magie zu tun, oder doch?

Steinbogen/-tunnel in Red Canyon kurz vor dem Bryce Canyon
Hereinspaziert bzw. gefahren in den Bryce Canyon

Vermutlich müsste ich schon fast mit einem „was bisher geschah“ starten, wie es die TV-Serien immer machen. Aber das sprengt den Rahmen und kann jederzeit nachgelesen werden. Nun waren wir also am North Rim des Grand Canyon und sind anschließend über das Wochenende in den Bryce Canyon Nationalpark gefahren. Anders als der Grand Canyon und nicht weniger beeindruckend. Die sogenannten Hoodoos klingen vielleicht als kämen sie direkt aus New Orleans, sind allerdings farbige Felspyramiden, die wie in einem Amphitheater angeordnet sind. Die Nacht von Freitag zu Samstag hatten wir noch einen Platz auf dem richtig coolen Campingplatz von KOA bekommen. Wir hatten den Luxus von WLAN, einem Swimmingpool und super netten Nachbarn. Eine Familie aus Arizona lud uns abends zu Lagerfeuer und Snacks zu sich ein. Dort gab es für uns zwei Runden S’Mores – ein beliebter Lagerfeuersnack in Nordamerika. Man röste dafür einen Marshmallow und packe ihn mit (geschmolzener) Schokolade zwischen zwei Cracker. Uns war es tatsächlich zu süß, die Amerikaner lieben ihre S’mores, die wohl von „some more“ (etwas mehr) ihren Namen haben. Wir hatten einen witzigen und super schönen Abend mit der Familie und waren am nächsten Tag etwas traurig, dass wir schon wieder abbauen mussten, da wir auf dem KOA Campingplatz leider nur für eine Nacht einen Platz bekommen hatten.

Der Navajo-Loop-Trail aus der Vogelperspektive
Steil, steiler, der Navajo-Loop-Trail

Dann ging es erstmal in den Nationalpark, in dem wir eine kleine, aber ziemlich steile Wanderung unternommen haben. Auf dem Navajo-Loop-Trail geht man auf Serpentinen erst 167 m in die Tiefe und mitten rein ins Hoodoos-Wunderland, blöd nur, dass man das auch alles wieder hoch muss. Aber das sollte schon mal eine kleine Vorbereitung auf die Wanderung in Zion Nationalpark sein, auf die ich später noch eingehe. Da wir den Vortag bereits in Bryce Canyon waren und an verschiedenen Aussichtspunkten gehalten hatten, sind wir nach der Wanderung die Traumstraße #12 durch das Grand Staircase-Escalante National Monument gefahren. Dabei handelt es sich um einen Fleck Erde, der kaum erkundet und dadurch noch sehr unberührt ist. Man sieht die Weite des Parks und eine Vegetation, die sich immer wieder ändert. Wir sind die Straße in beide Richtungen gefahren, da wir eine Nacht im Petrified Forest State Park, direkt an einem schönen Badesee, hatten. Pirmin war das Wasser zu kalt (Warmduscher), mich haben der Zürichsee und Rhein gut abgehärtet, so dass ich eine Runde im See genießen konnte.

farbige Felsen, sogenannte Hoodos, die als Amphitheater angeordnet sind
Bitte Platz nehmen im Amphitheater des Bryce Canyons

Der Engel ist gelandet

Am nächsten Mittag fuhren wir in Richtung Zion Nationalpark – wieder anders, wieder absolut sehenswert. Unsere Freundin Äni hatte Pirmin bereits vor einigen Monaten die Wanderung auf den Berg Angels Landing empfohlen. Für mich eine der krassesten Wanderungen überhaupt. Der Weg hoch zum Gipfel ist rund 4,3 km lang (One-way!) und führt über steile Serpentinen. Die Höhendifferenz beträgt 450 m! Anstrengend ist fast untertrieben, ich bin zwischendurch gefühlte 5 Mal gestorben und war 10 Mal davor umzudrehen. ABER ich habe es geschafft, Pirmin war sehr geduldig mit mir und ich war so stolz, als ich oben ankam. Alleine das letzte Stück besteht nur noch aus eher weniger gesicherten Kraxeleien. Die Aussicht belohnte uns für die Strapazen (siehe Beitragsbild oben und Bildergalerie). Einfach WOW! Der Weg runter war dann ziemlich entspannt. Die Nacht haben wir in einem Hotel verbracht – nach 8 oder 9 Nächten zelten, hatten wir langsam keine Lust mehr drauf und wollten endlich mal wieder in einem richtigen Bett schlafen. Und da wir dann auch erstmal keine Lust mehr auf Steine, Nationalparks und Wandern hatten, ging es nach Las Vegas (Baby). Mit einen kurzen Abstecher ins Valley of Fire. Da waren wir wohl zur falschen Tageszeit, denn so farbenfroh sahen die Steine leider nicht aus und es war auch mit über 40°C einfach zu heiß, um groß etwas ausserhalb des Autos zu unternehmen. Also schnell weiter nach Vegas.

Aussicht im Zion Nationalpark
Bestes Wetter, beste Aussicht

Galerie mit allen Fotos aufrufen

17 Kommentare bei „Teuflische Magie und landende Engel“

  1. Guten Morgen ihr Lieben, ich habe mich heute morgen über eure neue Geschichte und die tollen Bilder gefreut. Liebi Grüessli us Aichen Mum und Thomas

    1. Vielen Dank, wir haben zwar ein bisschen länger gebraucht, aber wir nehmen uns fest vor, euch in Zukunft nicht mehr so lange warten zu lassen 🙂
      Liebe Grüße aus Los Angeles

  2. Liebe Tine!
    Wieder ein toller Beitrag von Euch. Sind in Gedanken dabei, da wir einiges davon kennen. Viel Spaß weiter so. Alles Liebe
    die Großeltern 0+0

    1. Danke für euren lieben Worte 🙂 wir geben uns Mühe, dass es bald schon mehr gibt. Liebe Grüße aus Los Angeles, Tine

  3. Hallo aus Großräschen….das ist soooo toll!! Habt noch viel Spaß und genießt es in vollen Zügen!!!!!!!!!!Ganz liebe Grüße

    1. Hallo aus Los Angeles, vielen Dank und liebe Grüße zurück! Wir genießen es sogar so sehr, dass das Schreiben sich wie Arbeit anfühlt 🙂

  4. Hallo ihr Lieben, es ist doch immer wieder schön von euch zu lesen. Tolle Bilder und jede Menge Spaß und Erlebnisse. Liebi Grüessli us Aichen Mum und Thomas

    1. Vielen Dank! Dann müssen wir wohl fleissig weiterschreiben, damit ihr auch schön was zu lesen habt 🙂

  5. […] unsere Pläne immer so gut funktionieren, sitzen wir also Anfang Juni auf unserem Campingplatz im Bryce National Park und suchen nach Hotels in Vegas. Wir haben herausgefunden, dass die unter der Woche sogar recht […]

  6. Zu dem Bild der Serpentinen fällt mir das Spiel Lemminge ein. Probiert doch mal bitte den STOP-Lemming aus. D.h. einer stellt sich hin und lässt keinen mehr durch, sodass die auflaufenden Personen umdrehen müssen.

    1. Ich bin der STOP-Lemming 😉

  7. Eberhard Krause sagt: Kommentieren

    Lieber Pirmin!
    Da habt Ihr ja schöne Fotos in Las Vegas gemacht. Da waren wir 2004. Man muss es gesehen haben. Also viele schöne Erinnerungen für uns. Eure Beiträge sind toll. Weiter so!!!
    Liebe Grüße

    0+0

  8. Eberhard&Gudrun sagt: Kommentieren

    Hallöchen Ihr Lieben!

    Das mit der Galerie finden wir auch toll. Sehr schöne Aufnahmen.
    Schönen Sonntag, Tine bist Du von Deinen St. erlöst????
    Alles Liebe weiterhin von
    0+0

  9. Hallo!
    Mit der Galerie, das habt Ihr ja gut hingekriegt. Toll!!!
    Sind T. Stiche weg?? Danke für die lb. Karte, die heute angekommen ist.
    Weiterhin viele, tolle Erlebnisse!
    Lb. Gr. 0+0

  10. Hallo, hallöchen!
    Mit der Galerie das finden wir ganz toll. Tolle Bilder vom Gran canyon. Das muss man einfach gesehen haben, die Farben!
    Viele schöne weitere Erlebnisse wünschen
    0+0

    1. Hallo ihr Beiden,
      danke für euren Kommentare. Meine Stiche sind mittlerweile so gut wie verheilt, Bettwanzen wünsche ich echt niemandem. Das freut uns, dass euch die Fotogallerien so gut gefallen – und das Postkarte sogar schon angekommen ist. Wir waren die letzten Tage ziemlich abgeschnitten von der Außenwelt (kein WLAN), daher melden wir uns erst heute wieder 😉
      Ich drück euch ganz lieb.
      Tine

  11. […] gute Stunde bis zum Crater Lake. Der See wurde uns schon von ein paar Leute empfohlen, alleine auf Angels Landing in Zion wurde er uns innerhalb von 20 min unabhängig von mehreren Leuten empfohlen. Nachdem wir […]

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.