Vegas Baby

Salzsee, tiefster Punkt Nordamerikas

Wir fahren nur für eine Nacht nach Vegas. Nur kurz vor dem berühmten „Welcome to fabulous Las Vegas“-Schild ein Foto machen und dann weiter fahren. Wir interessieren uns weder für Glücksspiel noch für die diversen Shows, wir wollen da kein Geld liegen lassen. Haben wir mal gesagt. Wir fahren nur nach Vegas, weil es auf dem Weg liegt und man den Strip halt mal bei Nacht gesehen haben muss. Und wenn wir schon mal in der Gegend sind…

Weil unsere Pläne immer so gut funktionieren, sitzen wir also Anfang Juni auf unserem Campingplatz im Bryce National Park und suchen nach Hotels in Vegas. Wir haben herausgefunden, dass die unter der Woche sogar recht günstig sind und dass wir nach mehr als einer Woche auf dünnen Isomatten im teilweise kalten Zelt auch mal wieder ein richtiges Bett nötig hätten. Vom Timing her passt es grad ganz gut, wir suchen uns ein Hotel mit möglichst wenig versteckten Kosten (Resort Fee, dass ich nicht lache) und auf einmal steht fest: Wir fahren doch für drei Nächte nach Las Vegas. Zu dem Zeitpunkt wissen wir noch gar nicht, wie wir schon das Hotel auf dem Weg dahin zu schätzen wissen werden. Nach der Wanderung zu Angel’s Landing hätten wir auf einem Campground den Weg zu den Duschen vermutlich nicht mehr geschafft. Im Hotelzimmer ging das gerade noch so.

Blick über Las Vegas

Als wir auf die Stadt zufahren, ist es draußen brütend heiß. Auf dem Asphalt flimmert die Luft, während sich die Straße durch die felsige Wüste schlängelt. Plötzlich geht es um eine Kurve und mitten in dieser Wüste steht auf einmal eine Skyline. Die Stadt ist riesig. Und mitten im Nirgendwo. Gegen unseren Willen sind wir also ein bisschen fasziniert. Einmal angekommen wird man eh vom Großstadtverkehr erschlagen, Tine bereut, dass sie angeboten hat, zu fahren. Also ab ins Hotel, Zimmer beziehen und in den Pool. Dort realisieren wir genau 2 Dinge:

  1. Genau das haben wir jetzt gebraucht
  2. Drei Nächte sind uns zu wenig

Schnell noch eine Nacht dazu buchen, wir bleiben bis Freitag. Wir treffen uns mit Dan, den wir im Zion National Park kennengelernt haben, und ein paar Freunden von ihm, die uns zum ersten Mal über den Strip scheuchen. Den zusätzlichen Tag verlieren wir dadurch gleich wieder an den Kater, der auf den Abend mit den Locals folgt. Vegas, Baby!

Weil wir uns noch gar nicht alles angeschaut haben, die gesamte Region von einer Hitzewelle lahmgelegt wird und wir noch mehr Urlaub vom Urlaub brauchen, tauschen wir das bequeme Hotelzimmer fürs Wochenende in ein Zelt im Death Valley ein, nur um am Sonntag Abend nochmal nach Vegas zu fahren. Wieder für 3 Nächte und diesmal ziehen wir es auch wie geplant durch. Soll keiner sagen, dass wir nicht lernfähig sind. Auf dem Weg ins Death Valley machen wir einen kurzen Schlenker zum Hoover Dam, der gerade, als wir dort ankommen, leider von einem bewaffneten Mann blockiert wird. Kein Hoover Dam für uns. Welcome to America.

Mit dem Read Beast in das Tal des Todes

 Glamping mit Feldbett im großen Zelt. Wir mussten nichtmal was aufbauen.

Auf das Death Valley haben wir uns besonders gut vorbereitet. Nachdem schon in Texas unser Kühler schlapp gemacht hat, wollen wir nichts riskieren, das arme Red Beast nicht in der größten Hitze durch die Berge jagen und haben Unmengen an Wasser dabei. Unser Campground liegt nicht im Talboden, sondern eher weiter oben. Später wird uns auffallen, dass wir das Auto schon bei größerer Hitze mit Klimaanlage herumgefahren haben. Aber man lernt ja nie aus. Der Wind macht selbst die Mittagshitze erträglich und wir genießen einen entspannten Tag in der Hängematte, gehen abends ein bisschen die Aussicht genießen und vergessen sogar das Abendessen vor lauter Lesen und Netflix schauen.

Sanddünen im Death Valley

Natürlich schauen wir uns an diesem Wochenende auch noch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Death Valley an: Wir wandern 85 m unter dem Meeresspiegel über den Salzsee (Titelbild), bewundern die farbenprächtigen Felsformationen und diversen Aussichtspunkte und wandern über die blendend weißen Sanddünen. Und als wir wieder zurück in Vegas sind, freuen wir uns umso mehr auf katerfreie Tage, an denen wir tatsächlich noch ein bisschen Sightseeing betreiben. Ich schaffe es sogar, Tine auf eine Fahrt mit dem Freefall-Tower auf der Spitze des Stratosphere Hotels zu überreden. Die Aussicht ist dort so schön, dass wir bis lange nach Sonnenuntergang bleiben. Wir sehen die Brunnenspiele beim Bellagio, die Vulkanshow beim Mirage und Tine gewinnt beim einarmigen Banditen $12,50 (bei $5 Einsatz). Vegas, Baby. Und wir sind einigermaßen erholt und wieder bereit für Camping, als wir unser Hotelzimmer diesmal endgültig hinter uns lassen, um weiter nach Palm Springs zu fahren. Wir waren zwar im Death Valley schon kurzzeitig in Kalifornien, diesmal fahren wir aber ‚for real‘ dorthin. In der Playlist läuft Californication und wir fahren über die Berge nach Westen in den Sonnenuntergang.

Vom „Welcome to fabulous Las Vegas“-Schild haben wir übrigens nichtmal ein Foto gemacht.


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3 Kommentare bei „Vegas Baby“

  1. „Beitrag vom 3. Juli“ – da ist ja schon wieder viel Wasser den Rhein, äh, Mississippi runtergelaufen. Dabei warte ich doch schon sehnsüchtig auf euren Erfahrungsbericht zum ersten Grizzlybären-Parcours oder Baumstammumarmen oder so was Verrücktes…
    Wann dürfen wir denn damit rechnen?

    In Basel scheint selbstredend die Sonne und es laufen ein paar weniger Amerikaner herum. Im Büro ist es sehr ruhig. Tja, Tine, du fehlst halt. Und Pirmins Käsewürfel-Weintrauben beim Schwimmen. 🙂 Sowie er selbst. 😛

    1. Immer diese Kritik deinerseits 🙁 du bist viel zu ungeduldig. Ich dachte, wir sollen reisen, etwas erleben und die Zeit genießen?! =P Außerdem ist der neue Beitrag schon so gut wie fertig – nur das Internet war die letzten 4 Tage nicht auf unserer Seite = nicht vorhanden 😉 aber freu dich, er wird dir gefallen: Ich teaser schon mal mit Hemingway (Überraschung) und der Schweiz. Viele extra lange Umarmungen von uns 😀

  2. […] sind. Außerdem sieht man auf der Vorderseite gar keinen Joshua Tree. Das Bild entstand nämlich am Zabriskie Point im Death Valley (fun fact). Dann musste ich eben ein Foto vom Hemingway-Wanderweg für meinen lieben Ex-Kollegen […]

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