Tschüss Kalifornien, hallo Oregon

Mensch beim Ausblick zum Sonnenuntergang vom Watchtower Berg am Crater Lake, Oregon

Es geht also weiter nach Norden. Und wieviel weiter es geht. Denn wir wollen am nächsten Tag Kalifornien verlassen und Oregon bereisen. Das bedeutet auch, vieles auslassen zu müssen, was vermutlich auch wieder sehenswert und sehr schön wäre. Ich wollte gerne am Meer entlang fahren, Pirmin appelliert an meine Vernunft und redet es mir aus – der Umweg wäre einfach zu groß und uns läuft langsam die Zeit davon. Wir verlassen also San Francisco über DAS Highlight – die Golden Gate Bridge. Das Schöne ist nämlich, dass man stadtauswärts keine Maut zahlt. So fahren wir also bei Sonnenschein und blauem Himmel durch San Francisco, je näher wir der Brücke kommen, umso nebliger wird es (natürlich!). Wir überqueren sie bei leichtem Nebel und fahren wieder dem blauen Himmel entgegen. Die Brücke hat einfach etwas sehr interessantes, fast mystisches an sich. Wir halten kurz hinter der Überfahrt an ein paar Aussichtspunkten und machen die letzten Fotos der Brücke, fahren ungewollt (aus Versehen) noch kurz nach Sausalitos (sah sehr schnuckelig aus) und dann Richtung Norden.

Soweit kommen wir allerdings nicht, da wir ja immer noch unsere Mission „neues Zelt“ haben. Pirmin fällt ein, dass REI Co-op auch ein Outdooranbieter ist. Zufällig gibt es einen in der Nähe, den schauen wir uns doch direkt mal an. Und werden auch fündig. Wir haben schon so unsere Vorstellungen bezüglich des neuen Zeltes und sind auch bereit etwas mehr zu investieren, wenn es dafür eine gute Qualität hat. Schnell kommen 3 Zelttypen/-anbieter in Frage. Als ein Verkäufer vorbeikommt und seine Hilfe anbietet, wird er sofort von uns in Beschlag genommen. Welches der drei Zelte hält am besten dem Regen stand? Welches würde er uns empfehlen? Usw. Anhand seiner Antworten grenzen wir die Entscheidung auf 2 Zelte ein. Das eine ist der Favorit des Verkäufers und kommt bereits mit einer Fußmatte, die auf jedenfall sinnvoll ist, wenn man so viel Geld investiert. Das andere Zelt ist in den Grundmaßen größer, Fußmatte allerdings nicht inklusive. Der Verkäufer schlägt uns vor, einfach mal beide Zelte im Laden aufzubauen – das nenn ich mal Service. Gesagt, getan. Erst bauen wir seinen Favoriten auf, danach noch das andere. Wir finden beide gut, nun gilt es die Vor- und Nachteile abzuwiegen, die echt marginal sind. Diesmal setze ich mich durch und entscheide für das größere Zelt, da wir eventuell auch mit Freunden campen gehen und in dem Zelt ohne Gepäck sogar 4 Leute kuscheln könnten. Bevor wir es uns anders überlegen oder noch tagelang darüber nachdenken, wird das Zelt einfach schnell gekauft. Wir wissen ja nicht, ob wir es nicht doch schon bald brauchen und was man hat, das…. Ihr wisst schon 😉

Aussicht aus dem Zelt auf den Sonnenuntergang, Berge, Weinfelder
Bei der Aussicht kann man auch mal ruhig länger im Zelt liegen bleiben

Nun sind wir also bestens für den Norden ausgestattet, freuen uns sogar schon riesig, unser Zelt in der gleichen Nacht bereits einweihen zu können. Wir bleiben noch eine Nacht in Kalifornien, genauer auf dem KOA in Cloverdale/Healdsburg. Auch wenn wir leider nur auf der Durchreise sind, hatten wir auf dem Campingplatz mit Abstand die schönste Aussicht bisher. Wir konnten im Zelt liegen und auf die Weinfelder und Berge schauen. Mit dem Ausblick möchte man eigentlich gerne jeden Morgen aufwachen. Aber dafür haben wir keine Zeit, sondern fahren durch die wunderschöne Landschaft Nordkaliforniens und Oregons, die wir leider mehr oder weniger links liegen lassen müssen. Wir haben uns für zwei Nächte in Klamath Falls (wieder) auf einem KOA eingebucht. Der Ortsname verspricht zwar Wasserfälle, hat aber leider keine zu bieten. Dafür fährt man von dort aus nur noch eine gute Stunde bis zum Crater Lake. Der See wurde uns schon von ein paar Leuten empfohlen, alleine auf Angels Landing in Zion wurde er uns innerhalb von 20 min unabhängig von mehreren Leuten empfohlen. Nachdem wir uns am nächsten Morgen erstmal noch von der langen Fahrt erholen und den halben Tag vertrödeln, schaffen wir es zum späten Nachmittag zum Crater Lake. Man merkt noch die Nachwirkungen eines größeren Waldbrandes, der zwar bereits gelöscht war, dessen Rauch aber immer noch im und über dem Tal hing und nicht wirklich verzog. Direkt am Crater Lake haben wir davon allerdings nichts gemerkt. Der tiefste See der USA beeindruckt mit einem schönen, dunklem Blau und  lässt einen fast vergessen, dass es sich eigentlich um die Überreste eines Vulkans handelt. Pirmin hatte bereits herausgefunden, dass man den Sonnenuntergang am besten vom Berg The Watchman sehen kann. Da wir am Parkplatz noch genug Zeit haben, gibt es erstmal Abendessen. Gestärkt sind wir dann die halbe Stunde zum Aussichtspunkt gewandert. Von dort hat man einen fast 360° Ausblick, es war nur teilweise sehr windig und dadurch recht kühl dort oben. Also auf jedenfall nicht die kürzeste Hose anziehen (so wie ich) und eine Jacke/Hoodie/etc. mitnehmen. Den Sonnenuntergang von dort oben zu betrachten, lohnt sich.

Crater Lake mit Insel, Bäumen, tiefblauem Wasser
Crater Lake – der tiefste See der USA

Am nächsten Morgen ging es wieder weiter, unser Ziel lautete Columbia River Gorge. Ich hatte in unserem Reiseführer vom Reise Know-How Verlag, der übrigens richtig richtig klasse und sehr empfehlenswert ist, Bilder von der Schlucht gesehen und die Gegend sofort auf meiner Liste vermerkt. Der Weg nach Cascade Locks, wo sich unser KOA-Campingplatz befindet, war wieder ziemlich lang und zäh. Wir haben die ein oder andere Pause gemacht. Am schönsten war ein Fotostopp am Südufer des Trillium Sees mit Ausblick auf den schneebedeckten Mount Hood, der im Reiseführer als Tipp hervorgehoben war. Wir wurden nicht enttäuscht. Manchmal ist es schade, wenn man bereits Unterkünfte vorausgebucht hat und dann vor Ort feststellt, dass es noch andere schöne Ecken gibt, wo man gerne eine Nacht verbringen würde. Der See mit der traumhaften Aussicht zählt auf jedenfall dazu! Was wir alles in der Columbia River Gorge erlebt haben, erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag.

Trillium See im Vordergrund mit dem Mount Hood im Hintergrund
Eine WOW-Aussicht auf den Mt Hood

Galerie mit allen Fotos aufrufen

Ein Kommentar bei „Tschüss Kalifornien, hallo Oregon“

  1. Hallo, Ihr Lieben!

    Tine wieder ein toller Bericht. Macht übrigens Pirmin auch. Sind immer gespannt, wo Ihr seid.
    Bei uns gab es nach ca. 4 Wochen wieder einen kleinen Regenguss. Ansonsten trocken, trocken. Für Mittwoch sind wieder 39’+ angekündigt. Wir wollen am Donnerstag zur Hans Sail, so heiß braucht es für uns nicht sein. Vielleicht weht eine kleine Brise.
    Euch noch viele Sehenswürdigkeiten, alles kann man nicht mitnehmen!!!!
    Liebe Grüße 0+0

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