Ewiger Sommer – und wie geht es weiter?

Wie einige von euch auf dem ein oder anderen Wege schon erfahren haben, sind wir beide gerade in Deutschland. Wir waren ein bisschen still, weil wir ein bisschen Ruhe gebraucht haben. Und weil wir auch nicht so ganz genau wussten, wie es jetzt weiter geht. Nach den Yellowstone und Glacier Nationalparks ging ja erst mal das Foodtruck-Leben für uns so richtig los – mit vielen und langen Arbeitstagen und kaum Zeit und Motivation für alles, das nicht Schlafen war.

Zack bumm – 3 Monate später sind wir auf einmal zurück in Deutschland und wissen gar nicht so recht, wie das passieren konnte. Gerade eben noch haben wir doch Burger gebraten und Pommes frittiert. Klar, zwischendurch mal eben noch 3,200 km in 3 Tagen nach North Carolina gefahren sind wir auch. Und haben unterwegs noch Pizza in Chicago gegessen. Und im Lake Michigan gebadet. Waren auch noch ein paar mal im Schwimmbad und haben uns ein bisschen mit der Familie ausgeruht. Trotzdem fühlt es sich an, als wären wir mit 180 km/h gegen die Wand gefahren. Nicht schmerzhaft, aber einfach sehr abrupt abgebremst. Von voller Action in Kanada zu Dorfleben in Deutschland. Und das ist irgendwie schwieriger als gedacht.

Habt ihr euch gut eingelebt?

Fragt uns hier jeder. Und wir können das gar nicht so richtig beantworten. Woran merkt man denn das? Jetlag hatten wir beide nicht so wirklich, wir freuen uns total, so viele Menschen wieder zu sehen. Wir können die Sprache noch und finden uns auch in den Supermärkten zurecht. Also ja, haben wir? Ich weiß nicht so recht. Wir haben viel Freizeit und gleichzeitig viel Stress. Zwischen Behördengängen, im Alltag zuhause mithelfen und Leute treffen kommen wir gar nicht so sehr zur Ruhe. Haben uns vom Foodtruck-Stress noch gar nicht so richtig erholt. Sobald wir aber mal Zeit zum Nichtstun haben, fällt uns auch schnell wieder die Decke auf den Kopf. Also doch noch nicht eingelebt? Ich weiß nicht so recht.

Etwas fehlt

Es ist Sommer in Deutschland und das genießen wir total. In Kanada haben wir an den heißesten Tagen meistens gearbeitet und sind dementsprechend ungebräunt. Also nehmen wir hier noch mit, was geht. Grillen im Park, Spazieren am Fluss und Paddeln im Spreewald. Beim Wandern in der sächsischen Schweiz haben wir Glück mit dem Wetter, aber gleich danach wird es schon kalt und herbstlich. Wir trinken Tee, tragen Profi-Kuscheldecken und dicke Socken. Es nieselt. Alles grau. Und ich bin innerlich angespannt. Verkrieche mich gerne mal und versteck mich vor der Welt. Alles ist anstrengend und die vielen Termine, die wir uns einplanen müssen, stressen mich ein bisschen. Ich würde gern mal wieder so frei und unbeschwert faulenzen wie letztes Jahr in den USA. Als wir uns auch einfach mal einen Tag Nichtstun dazwischen geschoben haben und dennoch wussten: Wir verpassen nichts, wir müssen nirgends hin, wir müssen nur auf uns beide Rücksicht nehmen und haben keinen Terminplan.

Klick und weg

Der Befreiungsschlag kommt dann mitten in der Nacht. Tine checkt immer mal wieder Flugverbindungen und Preise ab und wird nach mehreren Tagen endlich fündig. Ein bezahlbarer Flug mit einer seriösen Fluggesellschaft zum perfekten Zeitpunkt. Und wir schauen uns nur an und fragen uns: Buchen wir das jetzt einfach? Spricht etwas dagegen? Außer unseren Finanzen, die nicht ganz auf dem Niveau sind, das wir uns erhofft haben? Eigentlich nicht und deshalb sind dann ein paar Minuten später ein Formular ausgefüllt, Geld abgebucht und zwei Flugtickets in unserem E-Mail-Postfach. Zack bumm. So einfach geht das heutzutage. Wir fliegen nach Neuseeland. Und obwohl wir wissen, dass wir dort erstmal arbeiten werden, bevor wir großartig herumreisen, kommt langsam die Gewissheit: Unser ursprüngliches Ziel steht jetzt auf einmal vor der Tür.

Auf Ab- und Umwegen

Denn, wie manch einer von euch noch wissen wird: Neuseeland war ja unser ursprüngliches Ziel. Wir haben uns nur ein bisschen verlaufen. Und sind eben erstmal in Nordamerika gelandet. Kann selbst den besten passieren. Haben wir gehört. Jetzt sind wir aber auf der Zielgeraden und werden am 8.10.2019 in ein Flugzeug nach Thailand steigen. Dort gönnen wir uns eine Woche Urlaub, bevor wir dann nach Auckland weiter fliegen und unser Traum in Erfüllung geht. Während der Herbst hier in Deutschland Einzug hält, fliehen wir in den Frühling auf der Südhalbkugel – 1 Jahr lang Sommer, wir kommen. Und bis dahin? Werden wir noch so viele Menschen wie möglich sehen, so viel deutsches Essen essen, wie in uns rein passt und das ein oder andere Bierchen trinken.

Prost!

5 Kommentare bei „Ewiger Sommer – und wie geht es weiter?“

  1. Hallo ihr Lieben, ich freue mich total für Euch und bin sehr gespannt auf eure neuen Bilder und Geschichten von der anderen Seite der Welt. Mir war das mit dem Kulturschock von Food Truck und Dorfleben nicht so bewusst. Sorry dafür. Ich genieße jede Minute die ihr noch da seid. Und hab euch ganz doll lieb. Fühlt euch feste gedrückt!!!

    1. Hallo liebe Mama, danke für alles!

  2. Hallo! Nachdem noch nicht Alles verarbeitet ist, macht Ihr Euch auf neue Wege. Wir gönnen es Euch von Herzen!!! Wünschen Euch alles Gute, viele schöne Erlebnisse (an denen Ihr uns sicher wieder teilhaben lasst) und kommt uns „gesund“ zurück.
    Viele liebe Grüße

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  3. Schönes Bild von unserem Hafen!!!!!!
    Lb. Grüße

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    1. Vielen Dank! Freut mich, dass ihr es wieder erkannt habt. Passt gut auf einander auf. Wir nehmen euch mit auf die Reise.
      Liebe Grüße
      Pirmin

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