Kia Ora – Wir sind endlich in Neuseeland

Ein Jahr und einen kleinen Umweg über Kanada später haben wir es endlich ins Land der Kiwis geschafft. War es doch von Anfang unser gemeinsames Traumziel. Wer sich erinnert: Unser ursprünglicher Plan sah mal vor, Pirmins Familie in den USA zu besuchen, dann die Westküste zu bereisen und über den Pazifik nach Neuseeland zu fliegen. Aber wie das immer so ist mit den Plänen. Vor allem unseren – den 5-Jahres-Plan haben wir schon seit mehr als 5 Jahren nicht mehr.

Der Flug nach Auckland ist ja soo lang

Das haben wir uns auch gedacht und meine Mama hatte die zündende Idee. Da ein Umstieg irgendwo in Asien unvermeidbar ist, warum nicht in dem Land ein paar Tage Urlaub machen.

  1. Argument: So günstig kommt man sonst nie, nie wieder in das Land (vielleicht).
  2. Argument: Dadurch gewöhnt man sich viel besser an die Zeitumstellung.
  3. Argument: Wie cool ist es denn bitte, noch ein weiteres Land auf seiner Reise zum eigentlichen Ziel kennenzulernen?!
Aussicht auf die Bucht vom Kai Bae Viewpoint

Gebucht, getan. Die attraktivste Flugverbindung war für uns von Zürich über Bangkok nach Auckland mit Thai Airways. Das „passende Backpackerhotel“ haben wir auch ein paar Tage später gefunden. Nur ein kleines, feines 5* Resort, was sich zum Schleuderpreis in der Nebensaison verkauft. Wir verbrachten somit eine schöne, entspannte Woche auf Koh Chang, haben am 2. Abend direkt unser Lieblingsrestaurant (Sao’s Lemongrass) gefunden und wollten danach nie mehr woanders essen gehen. Vor allem war unsere Freude groß über die hohen Temperaturen von mindestens 28 Grad und der Erkenntnis, wie großartig es ist, in einem günstigen Land zu urlauben/reisen. Wir ließen es uns also richtig gut gehen und die Hitze zwang uns zu ganz vielem Faulenzen – sei es am Pool oder am Meer. Auf jedenfall war es nicht das letzte Mal, das wir in Thailand waren. Selbst Bangkok kam uns weniger chaotisch vor, als wir es uns bereits mit Angstschweiß ausgemalt haben. Wir sind startklar für das nächste Abenteuer.

Hat denn bei der Einreise alles geklappt?

Erst einmal möchte ich hervorheben, wie unglaublich einfach es in Neuseeland ist. Nicht falsch verstehen, damit meine ich alle Prozesse. Wir haben festgestellt, dass es doch einen ganz großen Vorteil hatte, in Kanada und vor allem Vancouver gelebt zu haben. Wir sind es jetzt gewohnt, dass vieles zäh und kompliziert ist. Angefangen beim Visum, was wir ohne Lotterie und Führungszeugnisse nach bereits fünf Tage besaßen und der Einreise an einem Automaten, der uns nicht nach Grund und diversen Dokumenten fragte. Da hatten wir tatsächlich einen kurzen Panikmoment, weil wir dachten, wir haben die Einreise bestimmt ganz falsch gemacht und unser Visum gar nicht aktiviert. Kurz zu einer Infostelle gegangen und mit einer Grenzmitarbeiterin gesprochen. Sie checkt im PC unsere Namen und teilt uns mit, dass unser Visum automatisch aktiviert wurde und bis wann es noch gültig ist. Wir sind begeistert!

„Bleibt bloß nicht lange in Auckland!“

Das haben uns schon so viele Leute gesagt – entweder noch in Deutschland oder auch hier in Neuseeland. Blöderweise sind wir manchmal echt ignorant, düdüm. Denn mittlerweile sind wir schon gute zwei Wochen in Auckland und haben in der kurzen Zeit echt mehr erreicht als in Kanada. Bankkonto – check. Steuernummer – check. Pirmin hat in Rekordzeit einen Job ergattert und bereits nach sechs Tagen angefangen zu arbeiten. BÄM! Das geht ja gleich mal richtig gut los.

So viel Grün in Neuseelands größter Stadt

Mittlerweile habe auch ich einen Job in der Tasche und fange in wenigen Tagen an. Witzigerweise arbeiten wir nur 5 Min voneinander entfernt und beide in der Autovermietung. Einzig das Klientel unterscheidet sich, da Pirmin mehr die Backpacker bedient und ich die Geschäftskunden und Ottonormalautomieter. In unser neues, großes WG-Zimmer mit hohen Decken in einem schnuckligen, älteren Haus sind wir auch schon eingezogen. Wir haben es uns dort schon gemütlich gemacht. Einzig der Weg zur Arbeit beträgt 45-50 Min zu Fuß, dafür wohnen wir aber (unbeabsichtigt!) im neuen hippen Viertel Aucklands. Ihr merkt, bei uns läuft es so richtig.

Habt ihr es auch schon aus Auckland raus geschafft?

Nur 40 Min von Auckland entfernt (Bethells Beach)

Jaaaaa, das haben wir tatsächlich! Unsere Freundin Sabrina (kennen wir schon seit mehr als 5 Jahren aus Deutschland) wohnt bereits seit Januar in Auckland und hat uns nicht nur direkt am zweiten Abend auf eine Party mitgenommen, sondern auch schon aus der Stadt entführt. Direkt am ersten Wochenende waren wir am Bethells Beach. Und vergangenes Wochenende ging es für zwei Nächte zum Lake Taupo – aus einem Vulkanausbruch entstanden und größter See des Landes. Samstag Morgen geht es los. An den Straßenverkehr müssen wir uns noch ein bisschen gewöhnen, gut also, dass Sabrina erstmal fährt. Nachdem wir Taupo erreichen, schlendern wir ein wenig durch die Stadt und suchen uns ein nettes Plätzchen für Kaffee und Kuchen mit Blick auf den See. Die Sonne strahlt uns ins Gesicht, herrlich.

Gut gestärkt fahren wir zu den Huka Falls. Am Anfang des Wanderweges befinden sich heiße Quellen, für die wir schon vorsoglich unsere Badesachen eingepackt haben. Die Wanderung dauert etwa 2,5 Stunden, allerdings lassen wir uns auch viiiel Zeit. Die Quellen lohnen sich richtig. Das Wasser ist schön warm und angenehm. Erst nach 15-20 Minuten wird es langsam zu warm. Aber dann kühlt man sich entweder im kalten Fluss oder an der kühlen Luft ab. Abends checken wir ins Hostel ein und kochen noch etwas leckeres.

Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt, die ist …

Unser Minidampfer Ernest

Am nächsten Vormittag fahren wir zum Fuß des Mount Tauhara und begeben uns auf die nächste Wanderung. Diese ist einiges anstrengender und geht über Stock und Stein – und Baumwurzeln. Aber die Aussicht ist traumhaft, sowie auch das Wetter. Kaum eine Wolke am Himmel. Zurück im Hostel haben wir nur kurz Zeit zum duschen und Klamottenwechsel. Dann gehen wir zum Hafen, um mit der Ernest Kemp (nein, leider nicht Hemingway) in See zu stechen. Die Fahrt mit dem nachgebauten Dampfschiff haben wir am Vortag gebucht. Wir haben uns extra für die Fahrt um 17 Uhr entschieden, da diese Bier und Wein enthält. Dass es sogar gratis Pizza gibt, war uns erst gar nicht klar – bis sie halt vor uns steht. Dafür dass man nur einen Dollar mehr zahlt als Mittags, aber alkoholische Getränke und Essen inkludiert sind, war das mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und unser Highlight des Tages.

Jetzt interessiert euch sicherlich noch, wohin uns die zweistündige Fahrt geführt hat, hm? Wir haben eins der Highlights um Taupo besucht – die Maori Rock Carvings. In einer kleinen Bucht gibt es verschiedenste von den Schnitzereien, aber das etwa 14 m hohe „tättowierte Gesicht“ ist die bekannteste von allen. Leicht beschwipst und gesättigt kommen wir wieder im Hafen an. Ein viel zu leckeres Eis muss dann auch noch sein, danach rollen wir glücklich zurück ins Hostel und verbringen einen entspannten Abend im Gemeinschaftsraum. Am nächsten Tag besuchen Pirmin und Sabrina noch die geothermalen Craters of the Moon. Ich klinke mich aus, da ich für dieses Jahr immer noch genug vom Yellowstone habe. Dann treten wir die Rückfahrt an und machen noch einen Kaffee-/Snack-Stopp im niedlichen Ort Tirau.

Die berühmten Maori Felsritzungen

Ja und nun?

  • … versuchen wir mal unseren Blog noch ein bisschen zu aktualiseren und auf Vordermann zu bringen
  • … die restlichen Videos zu schneiden
  • … in Auckland und Neuseeland richtig anzukommen und vor allem unsere Zeit hier zu genießen

Heoi anō tāku mō nāianei (Das ist alles für den Moment)

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4 Kommentare bei „Kia Ora – Wir sind endlich in Neuseeland“

  1. Hallo ihr Lieben, wie schön, dass wir so au was von diesem faszinierenden Land sehen und an euren Trips teilhaben können. wir freuen uns, dass es sooooo gut anläuft und ihr so gute Erfahrungen mit allem macht . Ich finde es total spannend, dass es überall wo ihr seid vierbeinige Freunde aller Rassen gibt, die euch gerne begleiten. Fühlt euch gaaaaanz feste geknuddelt. Liebschti Grüeßli us em trüebe und nass-kaltë Aichen Mum und Thomas

    1. Hallo ihr Beiden, wir freuen uns auch sehr, euch weiterhin an unseren Abenteuern teilhaben zu lassen und vor allem, dass ihr weiterhin dabei seid. Und ja, über die vierbeinigen Freunde freuen wir uns auch immer sehr, vor allem, wenn sie sich streicheln lassen 🙂 Ganz viele Umarmungen an euch und wir schicken euch Sonne aus Auckland (hoffentlich kommt sie an!). Liebe Grüße, Tine

  2. Tine, da hast Du einen tollen Beitrag geschrieben. Nun können wir in Gedanken wieder dabei sein und an Euren Erlebnissen teilhaben. Freuen uns für Euch, das es so schnell mit Arbeit und Wohnung geklappt hat. Noch viele schöne Erlebnisse und etwas Freude bei der Arbeit.
    Ist ja völlig anders. War in einem Reisebüro nichts zu machen?? Oder gibt es da nichts.
    So nun viele Grüße und Drückerchen von
    Omi und Opi

    1. Ganz lieben Dank ihr Beiden 🙂 ich freu mich sehr, euch wieder teilhaben zu lassen. Leider konnte ich im Reisebüro nichts ergattern, aber mein neuer Job hat ja auch etwas mit Tourismus zu tun und ist eine gute, neue Herausforderung. Daher wird es auf jedenfall spannend! 🙂 Passt auf euch auf. Viele liebe Grüße in die Lausitz, Tine

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