Berge, Seen und Winter auf der Südinsel

Während unseres letzten langen Wochenendes sind wir wieder auf den Geschmack fürs Reisen gekommen. Keine Sorge, wir hatten das vorher nicht vergessen, aber aufgrund von Covid-19 ist man ja doch erstmal vorsichtig mit allem geworden. Nun führte die Aussage unserer Freundin Stella, dass sie noch nie Schnee gesehen habe, gepaart mit meinem Wunsch nach den Südlichtern dazu, dass wir eines Abends spontan Flüge und Unterkünfte nach Christchurch und in die Berge gebucht haben.

Ende Juli soll es losgehen und vor allem ich bin voller Vorfreude. Kennt ihr das Gefühl, wenn etwas schönes ansteht und man quasi darauf hin arbeitet, manchmal im wahrsten Sinne. Da unsere Jobs ja wirklich nur Mittel zum Zweck sind, konnten wir eine kleine Auszeit wirklich mal gebrauchen.

In der Zeit davor ist es uns aber auch nicht langweilig geworden.

In der Kletterhalle ist Pirmin ganz in seinem Element

Pirmin hat zwar an vielen Wochenenden noch einen Tag zusätzlich gearbeitet, dennoch haben wir versucht, mehr die Normalität zu genießen. Wir haben Geburtstage von Freunden gefeiert, waren das erste Mal so wirklich in einer Halle klettern und mit unseren Mitbewohnern in einem „deutschen“ Restaurant essen. Das Ganze ist in Anführungszeichen, da das Menu recht deutsch war, aber das Lokal zu einer australischen Kette gehört.

Achja, und dann haben wir noch einen Campervan gekauft. Ja, richtig gelesen. Wir sind jetzt stolze Besitzer eines rollenden Zuhauses auf vier Rädern. Als klar war, dass wir unsere Jobs noch etwas länger behalten werden (auch, weil gerade Winter in NZ ist), haben wir angefangen nach Campervans zu gucken. Denn nachdem ich mal die Preise fürs Mieten für 2 Monate im Sommer gesehen habe, war direkt klar, dass wir mit unserem eigenen Van viel besser dran sind. Ich will jetzt nicht alle Gründe aufzählen, denn das würde ausufern, vielleicht schreiben wir mal einen separaten Post dazu.

Willkommen in der Familie, Tui

Wir haben auf Facebook ein amerikanisches Pärchen gefunden, mit denen wir uns auf Anhieb super verstanden haben. Und vor allem auch ihr Campervan hat uns auf unserer Wunschliste die meisten Dinge abhaken lassen. Nach ein paar vorherigen Besichtigungen wussten wir nämlich auch immer besser, was uns wichtig ist. Daher war uns schnell klar, dass wir diesen einen Van unser Eigen nennen wollen. Die Beiden haben ihn „Tui“ getauft, da ihnen der typisch neuseeländische Vogel so oft während ihrer Reise begegnet ist. Und wir behalten den Namen, da wir ihn kurz, prägnant und schön finden. Wer sich jetzt fragt, ob der Reiseveranstalter TUI nach dem Vogel benannt wurde: Nein, wurde er nicht. Die Abkürzung steht nämlich für Touristik Union International.

Tui ist übrigens ein Nissan Caravan

Wir haben in der Zwischenzeit sogar schon den ersten kleinen Roadtrip mit Tui unternommen. Es ging für eine Nacht in den nahegelegenen Duder Regionalpark, in dem wir die einzigen Schlafgäste waren. Das Wetter war sogar fast schon frühlingshaft und wir konnten ein paar kleine Wanderungen unternehmen. Wir freuen uns seither nur noch mehr auf den Roadtrip und wissen, dass wir mit der Investition die richtige Entscheidung getroffen haben.

Christchurch – die Stadt der Zwiespalte

Am 24. Juli ging es nun für ein verlängertes Wochenende auf die Südinsel. Unser Flug ging sehr früh (6:30 Uhr) und wir konnten bereits am Flughafen wieder feststellen, wie entspannt die Kiwis einfach sind. Flüssigkeiten an Bord? Gar kein Problem. Nimm ruhig noch deinen Kaffee-to-go mit durch Security. Und hey, hat hier jemand sein Frühstück von Mäcces stehen lassen? Ja hier nimm es doch auch noch durch den Sicherheitsbereich mit, no worries. Während des Fluges ging die Sonne auf, was dank der Reisehöhe einfach mal eine Stunde dauert. Und als ich die ersten Berge gesehen habe, war ich hin und weg.

Ey, Füße nicht auf den Tisch!

Nachdem wir unseren Mietwagen bei meinem ehemaligen Arbeitgeber GO Rentals (Support muss sein) abgeholt haben, ging es in die Innenstadt. Schon bei der Fahrt haben wir so viel mehr Graffiti/Streetart gesehen, als in Auckland (was auch nicht nicht weiter schwer ist). Ein Kumpel, den wir aus Auckland kennen, hat uns den Riverside Market empfohlen. Sozusagen eine Indoor-Essenshalle mit verschiedenen Mini-Cafes und Restaurants. Dort haben wir uns auch mit Michael getroffen, der uns anschließend ein bisschen durch die Stadt geführt hat. Überall gibt es coole Kunstprojekte. Wir hatten ihm erzählt, dass wir überlegen, die Gondelfahrt auf die Port Hills zu machen. Aber nachdem uns Michael von einem großen Spielplatz und gratis Hängematten erzählt hatten, war unsere Idee quasi verflogen. Wer sich mal wieder wie ein Kind fühlen möchte, muss unbedingt zum Margaret Mahy Playground. Ursprünglich wollten wir nicht so viel Zeit in Christchurch verbringen, da wir eher negative Dinge über die Stadt gehört haben. Können wir so aber nicht bestätigen.

Beste Bäckerei in der südlichen Hemisphäre

Nach einem Großeinkauf geht es Richtung Fairlie, wo wir die erste Nacht verbringen. Auf dem Weg auf dem Highway 8 haben wir immer die schneebedeckten Berge rechts von uns. Nachmittags in unserem AirBnB angekommen, haben wir direkt den Kamin angemacht, da es doch recht kühl im Haus war. Ich habe gesehen, dass es eine nahegelegene Alpaca-Farm gibt, also habe ich einen kleinen Spaziergang dorthin vorgeschlagen. Und wir hatten Glück: Die neugierigen, flauschigen Tiere haben nur vom Zaun getrennt, quasi neben der Straße gegrast. Am Abend haben wir den Tag nur noch mit folgenden Worten zusammengefasst: Best. Day. Ever.

An Alpaca a day keeps the doctor away.

Morgens haben wir uns in der Bäckerei in Fairlie mit Leckereien ausgestattet. Mir wurde das Bakehouse mit dem Kommentar „Best Pies in the world“ empfohlen – und alles ist so lecker dort. Für mich gibt es einen vegetarischen Pie und einen Cheesecake Brownie, der mich sehr an russischen Zupfkuchen erinnert. Pirmin hat sich u. a. einen Berliner gegönnt. Es spielt vermutlich auch eine Rolle, dass die Bäckerei von einem Österreicher eröffnet wurde. Gut gestärkt machen wir uns also auf den Weg zum Lake Tekapo und immer weiter in die Berge hinein.

Neuseelands Traumstraße mit Alpenpanorama

Auf dem Weg zum See halten wir mehrere Male an, um Fotos vom wunderschönen Alpenpanorama zu machen. Angekommen, sind wir erstmal einmal den Wanderweg auf der Tekapo Peninsula gelaufen. Dauert wohl eigentlich nur 1,5 Stunden, aufgrund der Umwege und Stopps wurden es bei uns eher 3. Ups. Bei der wunderschönen Landschaft und Aussicht aber auch absolut okay. Allerdings sind wir ein kleines bisschen durchgefroren und wo kann man sich besser wieder aufwärmen als in heißen Pools? Glücklicherweise haben wir noch ein bisschen rechechiert, was wir so machen wollen und wohlwissend unsere Badesachen eingepackt. Drei Stunden durchblubbern lassen, eine Runde Dampf- und normale Sauna später sitzen wir wieder im Auto auf den Weg nach Twizel. Dort sind wir diesmal für drei Nächte in einem AirBnB eingebucht.

Lake Tekapo umringt von den südlichsten Alpen

Und genießen es direkt am nächsten Morgen (Sonntag) ausschlafen zu können. Gegen Mittag fahren wir eine der Traumstraßen Neuseelands – entlang des türkisblauen Lake Pukaki mit ununterbrochenem Blick auf Mount Cook. Der höchste Berg weiß sich einfach in Szene zu setzen. Wir laufen am Nachmittag den Hooker Valley Trail, eine einfache und wunderschöne Wanderung. Über drei Hängebrücken gelangt man am Ende zum Hooker Lake, der fast zu Füßen des Mount Cook liegt (siehe Titelbild). Absolutes Traumpanorama und ein Muss für jeden, der Neuseeland besucht.

Ich seh den Sternenhimmel.. oh oh

Montag starten wir auch sehr gemütlich. Nachmittags fahren wir zu den Clay Cliffs, das sind Ton-Klippen, die vor allem Pirmin und mich an Bryce Canyon erinnert haben. Dort klettern wir ein bisschen herum – vor allem die Jungs haben ihren Spaß. Anschließend haben wir erst bei High Country Salmon gehalten und ein bisschen Lachs in Form von Sushi verköstigt. Und dann direkt zum Vergleich noch Sashimi bei Mt Cook Alpine Salmon am Ufer des Lake Pukaki probiert. Wir können allerdings auch nicht sagen, welcher Lachs der „bessere“ war. War alles lecker und halt verschieden zubereitet. Und geschmacklich weniger lachsig als man den Fisch sonst so kennt (ist das ein Zeichen guter Qualität?).

Vorfreude auf die Clay Cliffs

Nun fragt ihr euch vielleicht, wo die Südlichter und das Sterne gucken bleiben. Für ersteres hatten wir leider kein Glück und die Bedingungen waren nicht gegeben. Am letzten Abend haben Pirmin und ich uns mal kurz auf die Terrasse unserer Unterkunft gesetzt, allerdings war zu viel Beleuchtung um uns herum. Und es war auch nachts echt kalt. Naja, lange Ausrede, kurzer Sinn: Die Sterne heben wir uns dann eher für den Sommer auf.

Galerie mit allen Fotos aufrufen

4 Kommentare bei „Berge, Seen und Winter auf der Südinsel“

  1. Zufällig Euren Beitrag entdeckt. Sehr interessant, wunderschöne Bilder und es hat Euch sicher Spaß gemacht. So Bilder aus der Kälte, wir schmoren jetzt bei 35*:

    Liebe Grüße und Drückerchen aus dem heißen Brandenburg
    senden Opa und Oma

    1. Hallo Ihr Beiden,
      es überrascht mich natürlich auch überhaupt nicht, dass ihr wieder als Erste kommentiert.
      Wir hoffen, die Bilder vom Winter bringen euch genug Abkühlung 🙂 ansonsten hilft das ein oder andere Eis bestimmt.

      Viele liebe Grüße in die Lausitz,
      Tine

  2. Da kommt eine irre Sehnsucht aufist das schön!!!!Dieses Land ist einfach nur ein Traum!!!!Genießt die Zeit und dieses wunderbare Land!!!Wir wären gerne dabei!!!Seid ganz lieb gegrüßt und gedrückt von den Ellis

  3. Hallo ihr Lieben! Wir haben endlich Zeit gefunden, euren Blog zu lesen. Schön zu lesen und sehen, dass es euch gut geht und ihr das BESTE aus Allem macht. Es tut gut. Wir sind gespannt, was ihr sonst noch so alles erlebt und uns dann irgendwann erzählen könnt. Wir sind gerade am packen, holen morgen ‚unseren‘ Campervan ab und fahren dann los. Zwei Wochen unterwegs! Mit einem dicken Drücker und den allerliebsten Grüssen aus dem sonnigen, warmen (35° im Schatten auf dem Balkon) Aichen Mum und Thomas

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