Coromandel – der Hotspot der Nordinsel

Wir haben es geschafft. Nach einem Jahr in Neuseeland können wir endlich unser Traumland bereisen und beginnen in einer der schönsten Ecken des Landes, Coromandel. Die letzten Monate waren nochmal zähl wie Kaugummi, aber an unserem letzten Arbeitstag (9. Oktober) war das auch alles schnell wieder vergessen – die euphorische Stimmung überwiegt.

Und nun reisen wir seit zwei Wochen in unserem Tui und sind so glücklich. Der Campervan wurde von einem amerikanischen Pärchen im November 2019 gekauft und innen komplett nach ihren Vorstellungen ausgebaut, inklusive Trink-, Abwasserbehälter und portabler Toilette. Somit konnten sie ihn als „self-contained“ zertifizieren lassen und man darf damit auf die vielen gratis Campingplätze (freedom camping) in Neuseeland. Nachdem wir Auckland verlassen haben, geht es erstmal an die Westküste von Coromandel. Dort haben wir vor allem sehr viel gechillt, anders kann man es nicht sagen. „Glücklicherweise“ war auch das Wetter auf unserer Seite, denn bei dem vielen Regen in der Zeit wollten wir beide gar nicht so viel Zeit draußen verbringen.

Endlich wieder vereint

Hängematten-Glück und ein Traumstrand

Am Freitag kam die Sonne auch mal wieder heraus und wir haben eine erste, kleinere Wanderung durch den Regenwald des Coromandel Forest Park unternommen. Ich persönlich liebe die Natur hier, da sie doch so anders als in Deutschland ist. Die Nacht wollten wir in der Nähe vom wunderschönen New Chums Beach verbringen, es gibt dort allerdings nur zwei (gratis) Stellplätze, die beide schon belegt waren. Der nächstgelegenste Campingplatz in Matarangi hat sich im Endeffekt als zehn Mal schöner herausgestellt. Super idyllisch und wir konnten sogar unsere Hängematten aufspannen. Glück pur.

Uns hat der Campingplatz so gut gefallen hat, dass wir spontan noch eine weitere Nacht geblieben sind. In unserem Reiseführer wird der Pub ‚Luke’s Kitchen‘ ein paar Orte weiterempfohlen. Allerdings gibt es auf den gratis Campingplätzen immer nur eine begrenzte Anzahl von Stellplätzen und wir hatten Bedenken, dass wir unseren verlieren, wenn wir mit dem Van wegfahren. Also haben wir beschlossen, die 9 km (pro Weg) zum Pub einfach zu Fuß zu gehen und einen langen Spaziergang draus zu machen. Vor allem haben wir ja sonst keine weiteren Pläne. Die Wanderung zum New Chums Beach (siehe Titelbild) haben wir am nächsten Morgen unternommen. Den Tipp habe ich von einer neuseeländischen Freundin bekommen und der Weg zum Traumstrand lohnt sich (allerdings am besten bei Ebbe). Anschließend sind wir noch einen zusätzlichen Loop abseits des Highways gefahren, über Colville nach Waikawau. Dort, wo die Leute mit ihren gemieteten Wohnmobilen und Campervans nämlich nicht hinfahren dürfen. Sehr viele Kiesstraßen, dafür kaum befahren und teilweise sehr schöner Landschaft.

hot pool mit Aussicht

Komm, wir buddeln uns ein Loch.

Am nächsten Tag ging es in Richtung der Hotspots von Coromandel. Wir haben uns für eine Nacht in einem kleinen schnuckeligen B&B mit ein paar Wohnmobil-Stellplätzen in Hot Water Beach eingebucht. Nur ein paar Gehminuten vom berühmten Strand entfernt, der dafür bekannt ist, dass unter dem Sand heiße Quellen brodeln und man sich bei Ebbe Löcher buddelt, um im warmen Wasser zu sitzen. Vom Sommer kennen viele die Horrorbilder des absolut überfüllten Strandes und darauf hatten wir beide in der letzten Saison keine Lust. Nun war es verhältnismäßig leer, quasi fast ausgestorben. Wir konnten uns sogar das Buddeln fast sparen, da uns nach ein paar Minuten eine Gruppe ihr großes Loch anbot. Anschließend wollten wir uns noch ein Eis holen, leider wird das kleine Cafe am Strand gerade für die Hauptsaison renoviert. Während wir noch unschlüssig davor standen, rief uns eine Mitarbeiterin zu, wonach wir denn suchen. Als wir erklärten, dass wir nur gerne ein Eis möchten, öffnete sie eine Tür, bei der bereits die Kühltruhe stand und wir kamen doch noch zu unserem Eis. Manch einer könnte es als Kapitalismus abstempeln, wir finden, das ist die typische Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kiwis.

Pirmins Hightlight ist der folgende Morgen. Neben dem Campingplatz fließt ein kleiner Bach entlang und in dem leben circa sechs bis acht kleine und große Aale. Und Pirmin hat seit wir in Neuseeland sind, seinen Gefallen an den Fischen gefunden. Ich eher nicht. Jedenfalls steigt seine Begeisterung nur noch mehr, als die Camp-Besitzerin ihm anbietet, dass er morgens mit ihnen die Aale füttern könne. Am Ende des Abends haben sie ihm einfach gezeigt, wo das Futter im Kühlschrank ist und er durfte sie alleine füttern.

Pirmins neue Freunde

Eine Kathedrale am Strand

Anschließend geht es erst zum Cooks Beach, der ganz nett und nicht weiter spektakulär ist. Dort in der Nähe befindet sich der Shakespeare Cliff Lookout, von wo aus man einen schönen Rundblick hat. Das nächste Highlight von Coromandel kommt direkt im Anschluss – Cathedral Cove. Die Wanderung zum berühmtem Strand mit seiner Kathedralen-Höhle dauert etwa 45 Minuten pro Strecke und geht schon recht viel auf und ab (ist dennoch machbar). Wir hatten die Bucht (mit circa 15 anderen Leuten) fast für uns alleine, was schon sehr bemerkenswert ist. Auf dem Weg liegen zwei kleine Buchten, die von den meisten Touris nicht erkundet werden. Im B&B wurde uns empfohlen, einen Abstecher zur Stingray Bucht zu machen, da sie einen wunderschönen Sandstrand hat. Die zweite Bucht Gemstone ist eher felsig, lohnt sich dafür zum Schnorcheln.

Wenn man die Hotspots für sich alleine hat

Über Berg und Tal

Die Nacht verbringen wir in Tairua. Am Morgen bin ich schon recht früh wach und die Sonne lockt mich förmlich aus dem Campervan. Ich spaziere eine gute Stunde am Wasser entlang und ein bisschen durch den Ort. Zum Frühstücken gesellt sich eine flauschige Garfield-Katze zu uns. Wie sich herausstellt, gehört Sam zum Seniorenheim ein paar Häuser weiter und begleitet die älteren Damen bei ihrem morgendlichen Spaziergang. Wir unterhalten uns noch ein bisschen mit einer Bewohnerin, die ganz begeistert davon ist, dass wir aus Deutschland sind und nun in unserem Van durch Neuseeland reisen.

Gegen Mittag besteigen wir den Hausberg Mount Paku, von dessen Spitze man einenn traumhaften Blick in nahegelegenen Buchten und Inseln hat. Anschließend fahren wir zum Wentworth Valley, nahe Whangamata. Dort gibt es eine Wanderung, wieder durch den schönsten Regenwald zu den Wentworth Falls. Dafür sollte man etwa 1,5 Stunden einplanen. Die Nacht verbringen wir wieder Strand in Onemana Beach, auf einer eher neueren freedom campsite. Als wir gerade am Kochen sind, kommt unser Nachbar aus seinem Camper und sagt auf Deutsch „mmhh, das riecht aber lecker „. Schnell kommen wir ins Gespräch. Das Ehepaar ist vor 12 Jahren nach Neuseeland ausgewandert. Wir unterhalten uns sehr viel und tauschen am Ende noch Handynummern aus, da sie in der Nähe von Tauranga wohnen, wo wir die kommenden Tage auch hinfahren.

Sieht so das Paradies aus?

Der nächste Morgen beginnt für mich bereits perfekt. Es ist wieder sonnig, ich bin früh wach und gehe alleine am Strand spazieren. Unterwegs begegne ich zwei Golden Retriever, die sich ausgiebig von mir streicheln lassen. Währenddessen unterhalte ich mich ein wenig mit ihrer Besitzerin, die mir erklärt, dass vor allem einer der beiden so gerne gestreichelt wird, dass bei vielen Menschen am Strand ihr Spaziergang mindestens eine halbe Stunde länger dauert. Bevor wir aufbrechen, finde ich eine vorgelagerte Insel von Whangamata, zu der man nur mit dem Kayak kommt. Pirmin und ich haben beide richtig viel Lust auf eine Kayaktour, allerdings war es uns meist zu teuer (vor allem wenn man wie bei Cathedral Cove auch zu Fuß hinkommt).

Ein kleines versteckter Juwel

Der Preis, um zur sogenannten „Donut-Insel“ zu gelangen, ist absolut okay und wir entscheiden spontan, eine Tour dahin zu unternehmen. Und die lohnt sich so sehr. Die kleine Insel hat nur einen Zugang ins Innere, deswegen auch der Spitzname Donut, und es ist so paradiesisch. Die Vögel zwitschern, dennoch ist es sehr ruhig, viel Natur und super klares Wasser – wirklich traumhaft. Der Rückweg erfolgt über eine der Nachbarinseln, an dessen kleinen Strand wir uns noch ein bisschen aufhalten durften, bevor es wieder zurück ging. Coromandel beeindruckt uns immer wieder aufs Neue.

Ein langes Wochenende mit guten Freunden

Die Nacht verbringen wir in Waihi Beach, ein kilometerlanger Sandstrand der Bay of Plenty, der vor allem an Wochenenden und in der Hauptsaison recht populär ist. Am nächsten Tag haben wir keine Aktivitäten geplant, nur einen Großeinkauf im Supermarkt. Denn wir verbringen das verlängerte Wochenende (Labour Weekend) mit Freunden aus Auckland. Dafür haben wir ein sehr großes Airbnb in der Nähe von Tauranga gemietet, mit Jacuzzi, traumhafter Aussicht und so vielen Räumen, dass man schnell den Überblick verliert. Wir sind alle begeistert von dem Airbnb.

Am Samstag machen wir nachmittags noch einen Ausflug zum nahegelegnen Karangahake Gorge. Dort gibt es einige alte Goldminen-Tunnel, die man teilweise noch begehen kann. Auch die Schlucht an sich ist sehr sehenswert. Abends feiern den Geburtstag einer Freundin schon etwas früher, jeder hat einen Onesie dabei bzw. ausgeliehen und wir spielen Stuhltanz/Reise nach Jerusalem. Am Sonntag haben wir das Airbnbn nicht mal verlassen. Abends haben wir noch „Verstecken“ gespielt, da sich das Haus einfach so dafür anbietet. Und es war herrlich, wie originell sich manche versteckt haben. Montags nachdem wir ausgecheckt sind, geht es wieder nach Waihi Beach. Dort haben wir ein bisschen Volleyball und Frisbee gespielt, waren im Meer und Pirmin und ich haben hier wieder die Nacht verbracht, nachdem alle anderen nach Auckland aufgebrochen sind. Und hier sitze ich nun im Campervan, schreibe den Blogbeitrag zu Ende und höre die ganze Zeit das Meeresrauschen. Was für ein Leben.

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3 Kommentare bei „Coromandel – der Hotspot der Nordinsel“

  1. Hallo Tine!
    Endlich wieder ein sehr schöner Beitrag mit wunderschönen Bildern. Schön das Ihr uns daran teilhaben lasst. Da habt Ihr ja wieder interessante Ecken entdeckt.
    Bei uns geht Corona rum so das man sich bald nicht mehr raus traut. Gehen trotzdem im schönen Herbstlaub spazieren und genießen die Laubfärbung.
    Lasst es Euch weiterhin gut gehen und seid lieb gegrüßt

    von den Großoldis

    1. Hallo Ihr Beiden 🙂
      das freut mich, dass euch der Beitrag gefällt.
      Das macht ihr absolut richtig, dass ihr spazieren geht. Man kann sich ja nicht komplett Zuhause isolieren. Genießt weiterhin den Herbst, ich drücke die Daumen, dass er sich noch eine Weile von seiner schönen Seite zeigt.
      Viele liebe Grüße und Umarmungen aus der Ferne,
      Tine

  2. […] Zwischenzeit haben wir mit dem deutschen Paar nochmal Kontakt aufgenommen. Ihr erinnert euch von unserem letzten Beitrag? Die beiden haben ein Strandhaus in Papamoa Beach (ca. 30 Min von Tauranga) und laden uns ein, sie […]

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