Neuseelands Ostküste – Von Tauranga nach Wellington

In diesem Blogbeitrag nehme ich euch entlang der Ostküste der Nordinsel mit. Und ich würde sagen, wir springen direkt rein ins Vergnügen. Erst einmal geht‘s zur Bay of Plenty.

Nach einer kleinen Wanderung in Waihi Beach (Trig Walk, lohnt sich nur bei schönem Wetter) fahren wir nach Tauranga. Tui, der Campervan, ist langsam überfällig für einen Service und wir halten bei einer Werkstatt, die gerade ein gutes Special hat. Leider können die erst am Freitag (es ist Mittwoch), was aber kein Problem ist. Da wir bei diesem Roadtrip so gut wie keine Pläne schmieden, sind wir so flexibel und entspannt wie noch nie unterwegs. Somit vertreiben wir uns ein wenig die Zeit in Mt Maunganui, spazieren am Strand auf eine vorgelagerte Insel und trinken Kaffee/Chai Latte. Als ich eine Runde um den Berg laufe, steht da eine kleine Gruppe von Leuten und schaut aufs Meer hinaus. Auch ich bleibe stehen. Und tatsächlich, etwa vier Orkas schwimmen sehr nah zur Küste vorbei. Mein Highlight des Monats.

Am nächsten Tag kommt Tui dann in die Werkstatt. Da wir uns einige Stunden die Zeit vertreiben müssen, laufen wir zu erst in die Innenstadt von Tauranga und gehen in einem indischen Restaurant Mittagessen. Anschließend laufen wir zum Historic Village (ganz süß, aber nichts los) und dann langsam zurück zur Werkstatt. Tui ist noch nicht ganz fertig als wir ankommen und der Besitzer zeigt uns, dass eins der Radlager gewechselt werden sollte. Da es bereits Freitag Nachmittag ist und er das Teil organisieren muss, können wir erst Montag wiederkommen.

„Wenn unsere Kinder gerade schon nicht da sind und wir sie verwöhnen können, möchten wir euch wenigstens verwöhnen.“

In der Zwischenzeit haben wir mit dem deutschen Paar nochmal Kontakt aufgenommen. Ihr erinnert euch von unserem letzten Beitrag? Die beiden haben ein Strandhaus in Papamoa Beach (ca. 30 Min von Tauranga) und laden uns ein, sie dort von Samstag bis Sonntag zu besuchen. Wir verstehen uns wieder direkt gut und quatschen sehr viel. Nachmittags unternehmen wir einen längeren Spaziergang am Strand und am Fluss entlang. Abends gehen wir zusammen Essen und die beiden laden uns auch dazu ein. Annett und Udo, wenn ihr das lesen solltet, auch an dieser Stelle noch einmal ganz ganz lieben Dank für eure Gastfreundschaft, die schöne gemeinsame Zeit und dass ihr uns so gut verwöhnt habt. 🙂

Schön, wenn man das Bett am Strand direkt dabei hat

Wir verbringen den restlichen Tag und die Nacht in Pukehina. Mit geöffnetem Kofferraum chillen wir einfach nur im Auto. Neben uns parkt ein nettes britisches Pärchen mit denen wir vor allem am nächsten Morgen ins Gespräch kommen. Wir stellen fest, dass unsere Reisepläne recht ähnlich sind und wir an dem Tag alle nach Whakatane fahren wollen. Nur wir fahren erst nochmal zurück nach Tauranga, um unser Auto reparieren zu lassen. Da dieses Mal das Wetter super ist und wir noch etwas Zeit haben, wandern wir auf Mt Maunganui.

Spontanität ist die beste Devise

Als wir wenig später bei der Werkstatt ankommen, stehen wir allerdings vor verschlossenem Tor. Ein weiteres Indiz, dass das entspannte Reisen zu unserer Mentalität beiträgt: Wir ärgern uns nicht mal darüber. Zum Glück sind wir im Industriegebiet, wo es noch andere Werkstätten gibt. Und obwohl das Radlager noch nicht akut gewechselt werden muss, wollen wir es nicht auf die lange Bank schieben, um eventuell größere Schäden zu vermeiden. Und vor allem weiterhin entspannt reisen können. Schnell finden wir eine neue Werkstatt, die uns allerdings erst am nächsten Tag zwischen zwei Terminen einschieben können. Wir sollen also viel Zeit mitbringen. Somit können wir nicht Whakatane fahren und gehen davon aus, dass wir die netten Briten nie wiedersehen.

Blick auf Tauranga vom Mount Maunganui

Die Wartezeit am nächsten Tag vertreiben wir uns in einem Café, da es die meiste Zeit regnet und es somit einfach keinen Spaß macht draußen herumzulaufen. Zum Glück gibt es dort Wlan und wir können mal wieder Updates und diverse Dinge bei Netflix, Spotify und Co. herunterladen. Als wir Tui nachmittags wieder bekommen, fahren wir endlich nach Whakatane. Leider zieht sich das Wetter immer mehr zu und unsere Umfahrung um das East Cape am nächsten Tag fällt sehr grau, nass und windig aus. Wir fahren mit nur sehr wenigen Stopps bis Gisborne durch, wo wir die Nacht verbringen.

Hawkes Bay – die sonnigste Region…

Am nächsten Morgen werden wir von der Sonne geweckt. Ich gehe ein bisschen spazieren, bevor wir uns Gisborne anschauen. Bei dem Wetter bekommen wir beide Lust auf ein Bier. Wir entscheiden uns für die Sunshine Brewery (aber nur weil die Harvest Cidery an dem Tag geschlossen hatte) und dürfen erstmal gefühlt alle Biere probieren. Als wir uns entschieden haben und nach draußen auf die Terrasse gehen, sitzen die beiden Briten vor uns. Wir gesellen uns zu ihnen, aus einem Bier werden zwei und wir beschließen die Nacht auf der gleichen Campsite zu verbringen.

eine feuchtfröhliche Angelegenheit

Da wir uns gut verstehen, entscheiden wir schnell, die folgenden Tage ein bisschen zusammen zureisen. So geht es als erstes zu den Rere Rockslides, die man auf Bodyboards, Schwimmreifen und Co. herunter rutschen kann. Unsere anfängliche Begeisterung schlägt schnell in Respekt und (ein bisschen) Angst um, als wir die Steinrutschen sehen. Wir trauen uns alle herunter ins eiskalte Wasser und sind auch nicht die Einzigen dort. Nach einer Mittagspause an den naheliegenden Rere Wasserfällen fahren wir weiter bis Mahia Beach. Der gratis Campingplatz ist so groß und voll (da Samstag), dass wir im ersten Moment denken, wir sind auf einem bezahlten Platz gelandet. Denn normalerweise gibt es immer nur eine begrenzte, geringere Anzahl an freien Stellplätzen. Wir sitzen noch eine Weile beisammen, essen gemeinsam und quatschen viel.

… oder vielleicht auch die nasseste?

Am nächsten Tag geht es nach Napier. Das Wetter zieht sich wieder zu, so dass wir nur einen kurzen Spaziergang durch die Innenstadt machen. Interessant ist der Art Déco Stil mancher Häuser, vor allem um die Emerson Street. Nachdem ein Erdbeben in den 30er Jahren einige schwere Schäden in der Innenstadt angerichtet hat, wurden die Häuser im Stil der damaligen Zeit neu errichtet. Morgens fängt es langsam an zu regnen und wird immer stärker. Pirmin und ich gehen in das Aquarium in Napier. Da es so klein ist, sind wir eigentlich nach etwa 1,5 Stunden bereits fertig. Da wir aber noch die Pinguinfütterung sehen wollen, trinken wir ein Heißgetränk und gehen eine zweite Runde durch. Die Pinguine sind auch das Highlight des Aquariums. Sie sind alle gerettet und weisen verschiedenste Verletzungen auf. Da sie in der Wildnis nicht überleben würden, haben sie hier ihr neues Zuhause gefunden. Jeden Monat werden der „gute“ und „böse Pinguin des Monats“ bestimmt und es wird auch erklärt, warum diese gewählt wurden.

Als wir nachmittags das Aquarium verlassen und noch kurz einkaufen fahren, gibt es in manchen Straßen bereits Überflutungen. Das macht die Campingplatz-Suche für den Abend auch etwas schwieriger, da ein überfluteter Zugang zu den Toiletten nicht gerade reizvoll ist. Beim Dritten Anlauf finden wir endlich ein Plätzchen. Als wir ein paar Nachrichten lesen, müssen wir feststellen, dass Napier landesweit darin auftaucht, da viele Teile überflutet sind, es Erdrutsche gab und Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Bei der Wetteraussicht für die nächsten Tage beschließen wir, relativ schnell nach Wellington und danach endlich auf die Südinsel zu fahren. Wir buchen auch direkt die Fähre und fahren am nächsten Tag den Großteil der Strecke. Den einzig nennenswerten Stopp machen wir auf dem Te Mata Peak (Nähe Havelock North), von wo man einen 360 Grad Ausblick hat.

von der Spitze des Te Mata hat man einen Rundumblick

Die windigste Stadt der Welt

Nun sind wir also schon seit zwei Nächten in der Hauptstadt Neuseelands. Es ist vor allem bemerkenswert, dass es zwischen dem stadtnahen Flughafen und der Innenstadt an der Evans Bay gelegen einen großen gratis Freedom Campingplatz gibt. Dort darf man sogar vier Nächte pro Monat stehen. Gestern waren wir im Te Papa Museum, DEM Museum des Landes. Der Eintritt ist frei und es gibt auf mehreren Stockwerken sehenswerte Ausstellungen, die teilweise interaktiv und mit sehr viel Aufwand gestaltet sind. Ansonsten sind wir einfach ein bisschen durch die Innenstadt gelaufen. Haben das Parlamentsgebäude gesehen (sogenannter „beehive“) und waren in der coolsten Straße der Stadt (Cuba Street; hat mich sehr an Vancouver erinnert). Vom Mount Victoria hat man übrigens die beste Aussicht der Stadt. Das einzig nervige ist der ständige Wind. Da macht das Herumlaufen keinen Spaß und der Spitzname „windy city“ ist mehr als passend. Nun haben wir bei schönstem Wetter die Fähre nach Picton genommen (wie süß ist bitte diese kleine Stadt) und sind wieder auf der Südinsel. Und dort geht es dann planlos weiter. Seid also zusammen mit uns gespannt, was wir als nächstes erleben.

6 Kommentare bei „Neuseelands Ostküste – Von Tauranga nach Wellington“

  1. Endlich mal wieder was von euch gehörtdanke für den neuen Block. Wie war das nun mit der Wasserrutsche, beängstigend oder lustig?? Bis bald. LG Ma

    1. Freut mich, dass ihr ihn gelesen habt und er euch gefällt.
      Die Rutsche war eine Mischung aus beidem tatsächlich 😀
      Liebe Grüße, Tine

      1. Hallo ihr Lieben! Schön, dass ihr euch die Zeit genommen habt und wieder einen Beitrag geschrieben habt. Und dass ihr uns auf diese Weise an euren Abenteuern teilhaben lässt. Bei uns ist alles gut und wir sind ALLE gesund und munter. Wir wünschen euch weiterhin viel Freude und tolle Begegnungen. Liebe Grüße aus dem sonnig-herbstlichen Aichen . Fühlt euch wenigstens auf dem Weg gaaaaaaaaanz feste gedrückt

        1. Wie schön, dass es euch allen gut geht und ihr gesund seid. Und natürlich freut es uns auch, dass euch der Beitrag gefällt und wir euch wieder ein bisschen auf unsere Reise mitnehmen konnten 🙂 fühlt euch ganz fest gedrückt. Liebste Grüße vom anderen Ende der Welt

  2. Hallöchen! Schön wieder von Euch den Blog zu lesen und an Eueren Erlebnissen teilnehmen zu können. Hauptsache Ihr seid gesund und habt noch viele schöne Fahrten.
    Bei uns heißt es nur Corona, corona.
    Ist da bei Euch Ruhe? Scheint so.
    Liebste Grüße von den
    Großoldis

    1. Hallihallo, schön, dass ihr uns durchs Lesen wieder ein bisschen auf unserer Reise begleiten konntet. Bei uns herrscht sehr viel Corona-Ruhe, zum Glück. Haltet durch und viele liebste Grüße. Fühl euch fest umarmt.

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